Was von Smartphones noch zu erwarten ist

Seit einiger Zeit herrscht gähnende Langeweile auf dem Markt für Mobilfunktechnologie: Zwar präsentieren Samsung, Apple und Co jedes Jahr zuverlässig ein neues Smartphone, aber die Unterschiede sind marginal und es gibt hier ein Megapixel mehr und dort einen Fingerprint für die persönliche Erkennung. Das ist längst nicht mehr so viel und auf keinen Fall mit Quantensprüngen zu vergleichen, so dass Experten und auch die Fans der Telefone fragen, was da noch kommen kann.

Die Allgegenwart des Internets

smartphone_4Die Forschung sagt eine totale Vernetzung und ständige Anbindung an das Internet voraus und um dies zu bewerkstelligen wird es ein Smartphone gar nicht mehr brauchen. Wenn heute noch oder schon rund 1,5 Milliarden dieser Geräte zirkulieren, dann ist das zwar noch keine Sättigung, aber manchmal werden Entwicklungen auch übersprungen. In Afrika zum Beispiel gab es vielerorts nie eine Festnetzleitung, vielmehr gingen die Leute gleich zum Internet und zum Smartphone über und warum sollte das nicht auch mit einer künftigen Informationstechnologie funktionieren?

Wichtig scheint jedoch eine möglichst wenig sichtbare Nutzung, komfortabel und flexibel. Die ersten Smartphones noch weit vor dem iPhone waren wenig handlich und nur eingeschränkt nützlich, so dass Design und Handling mit der Technologie aller Nachfolger von Smartphones in Einklang stehen sollten.

Ganze Städte werden smart

Künftig, so die Vorhersagen der Forscher, werden in den modernen Städten an jeder Ecke Sensoren auftauchen, die alles messen und erfassen und über Iris Scannung und Fingerabdruck wird sich jeder Mensch in einer gigantischen Daten Cloud bewegen. Ein individuelles Gerät wird nicht mehr nötig sein. Wer heute vom Internet der Dinge redet, hat diese Entwicklung auf dem Fokus und wenn sich vor dem Auge dank implantierter Chips die Verbindungen zum Kühlschrank, zur Flugbuchung und zum Social Media Network herstellen lassen, wird niemand mehr ein Telefon in den Händen halten.

Das Auto als Fortbewegungsmittel ist ein gutes Beispiel. Schon heute steuern Mercedes, BMW und Co beinahe selbstfahrend, sind flexibel und vollgestopft mit Online Technologie. Auch die vor allem durch den Konzern Google intensiv beworbene Datenbrille ist hier ein Hinweis auf Veränderungen, auf die beständige Anbindung der Daten in alle Verrichtungen des Alltags. Ob sich das freilich wirklich durchsetzt, ist längst nicht ausgemacht, denn alle diese Voraussagen haben den Menschen als Individuum weniger im Blick, vielmehr dessen möglichst maximale kommerzielle Auspressung oder die allumfassende Kontrolle. Aber klar, die in der Regel völlig unkritische, unbedachte Auslagerung des Denkens und sogar Fühlens, das Delegieren der Menschlichkeit an technische Geräte könnte der Entwicklung hin zum gläsernen Bürger enormen Vorschub leisten.